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Attentate gegen Hitler

Zwischen 1933 und 1945 übten Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen aus verschiedenen Gründen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Nur wenige lehnten von vornherein Hitlers Diktatur ab. Viele betrachteten ihn erst als Gefahr, als sein Kriegskurs unübersehbar geworden war. Die verfolgten Kommunisten und Sozialdemokraten betonten schon vor 1933: „Hitler bedeutet Krieg!“

Die Exil-SPD Sopade versuchte, die Deutschen vom Ausland aus mit eigenen Berichten zu beeinflussen. Ihre Flugschrift Für Deutschland – gegen Hitler! vom 30. Januar 1936 zog eine vernichtende Bilanz der NS-Politik und rief alle Deutschen zum Aufstand dagegen auf.

Die 1934 gegründete Bekennende Kirche widersprach zwar staatlichen Übergriffen auf die Kirchenorganisation, kaum aber staatlichem Terror. Die meisten Protestanten waren loyal zu Hitler, viele waren Wähler der NSDAP und billigten die Aufhebung der Demokratie und die gesetzliche Judenverfolgung. Eine Ausnahme war zum Beispiel Dietrich Bonhoeffer, der sich infolge der Novemberpogrome 1938 an Plänen für ein Attentat auf Hitler beteiligte.

Ab Februar 1933 gab es oft anonyme Attentatsdrohungen gegen Hitler. Mindestens 19 Attentate wurden auf ihn verübt, die meisten ab 1939. Hinzu kamen über 20 weitere geplante, aber unausgeführte oder vereitelte Attentatsversuche. Einzeltäter waren der von der nationalsozialistischen Oppositionsgruppe „Schwarze Front“ beauftragte Helle Hirsch im Dezember 1936, der Schweizer Theologiestudent Maurice Bavaud im November 1938 und der Handwerker Georg Elser.

Sein selbstgebastelter Sprengsatz explodierte am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller nur Minuten, nachdem Hitler seine dortige Rede beendet hatte. Elser wurde als „Sonderhäftling des Führers“ im KZ Dachau am 9. April 1945 auf Hitlers persönlichen Befehl ermordet.

1938 bildeten sich auch konservative und innermilitärische Widerstandsgruppen wie der Goerdeler-Kreis und der Kreisauer Kreis.

Sie erwogen und planten Umsturzversuche, bei denen sie auf Teile der Wehrmacht setzten. Für deren Erfolg war Hitlers Tötung die notwendige Voraussetzung. Nur Personen mit Zugang zum Führungszirkel des NS-Regimes, die Hitler unbedingte Treue geschworen hatten, kamen als Ausführende in Betracht. Schwere Gewissenskonflikte waren also unvermeidbar.

Bei der Septemberverschwörung während der Sudetenkrise planten einige hohe Militärs und Beamte im Auswärtigen Amt, daß Hauptmann Friedrich Wilhelm Heinz am 28. September 1938 mit einem Stoßtrupp in die Reichskanzlei eindringen und Hitler in einem Handgemenge erschießen sollte.

Als dieser überraschend einem Kompromiß für das Münchner Abkommen zustimmte, erschien es aussichtslos, seinen Sturz mit „militärischem Abenteurertum“ zu rechtfertigen. Daraufhin unterblieb das Attentat, das von Brauchitsch und Franz Halder nur halbherzig unterstützt hatten.

Die an der Verschwörung beteiligten Militärs im OKH und in der Amtsgruppe Abwehr des OKW hielten Hitlers Vorhaben, Frankreich schon 1939 anzugreifen, für undurchführbar und wollten diesen Angriff mit einem weiteren Putschversuch verhindern. Nach Elsers Attentat wurden die Vorkehrungen zu Hitlers Schutz jedoch verschärft. Brauchitsch fürchtete nach einem Wutausbruch Hitlers am 5. November 1939, dieser wisse über den bevorstehenden Putschversuch Bescheid. Daraufhin erschien Hans Oster eine für den 11. November 1939 geplante Sprengstoffübergabe an Erich Kordt zu riskant; somit unterblieb dieses Attentat. Halder wandte sich zwar von allen weiteren Putschplänen ab, soll aber nach Zeitzeugen erwogen haben, Hitler eigenhändig zu erschießen.

Die als Weiße Rose bekannt gewordene Münchner Gruppe versuchte bis zur Verhaftung der Geschwister Scholl am 18. Februar 1943, die Deutschen, besonders die Jugend, mit Flugblättern zum Widerstand zu bewegen. Dabei waren die NS-Verbrechen, auch der Holocaust, von dem sie über Auslandssender wußte, ein bestimmendes Widerstandsmotiv. Die Mitglieder wurden am 22. Februar 1943 hingerichtet.

Erst nach der Niederlage in Stalingrad versuchten einige Offiziere der Heeresgruppe Mitte erneut, Hitler zu töten. Die Bombe, die Henning von Tresckow am 13. März 1943 in Hitlers Flugzeug schmuggelte, zündete nicht.

Am 21. März 1943 wollte sich Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff bei einer Ausstellung im Berliner Zeughaus mit Hitler zusammen in die Luft sprengen; doch Hitler verließ die Ausstellung schon nach wenigen Minuten. Beim Attentat vom 20. Juli 1944 im Führerhauptquartier Wolfsschanze blieb Hitler fast unverletzt, während vier andere Anwesende ihren schweren Verletzungen erlagen. Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der die Bombe abgelegt und einen Staatsstreich zur Beendigung des Krieges vorbereitet hatte, und drei seiner Mitstreiter wurden ohne Prozess und ohne Hitlers Einverständnis kurz nach 0 Uhr des folgenden Tages im Hof des Bendlerblocks in Berlin von einem Erschießungskommando exekutiert.

Hitler-Attentäter Georg Elser auf einer deutschen Briefmarke, 2003
Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ nach dem Attentat vom 20. Juli 1944
Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf einer bundesdeutschen Briefmarke, 1964

Hitler äußerte direkt nach dem Attentat: Die Vorsehung (sein Wort für „Gott“) habe ihn gerettet, damit er seinen „Auftrag“ zu Ende führen könne. In der Rundfunkrede an die Deutschen kurz nach Mitternacht erklärte er: „Eine ganz kleine Clique ehrgeiziger, gewissenloser und zugleich verbrecherischer, dummer Offiziere hat ein Komplott geschmiedet, um mich zu beseitigen und zugleich mit mir den Stab praktisch der deutschen Wehrmachtsführung auszurotten.“

Anders als beim Dolchstoß 1918 würden diesmal die Verbrecher „unbarmherzig ausgerottet werden“. So nutzte er das gescheiterte Attentat, um Widerstände gegen seine Kriegführung in den Wehrmachtsstäben endgültig auszuschalten und skeptischen Generälen die Schuld an den verlorenen Schlachten zu geben. Am Folgetag befahl er, ein militärisches Ehrengericht einzurichten, das die Attentäter als Verräter aus der Wehrmacht verstoßen solle. Dann erst sollte der Volksgerichtshof „diese gemeinsten Kreaturen, die jemals den Soldatenrock getragen haben“, als gewöhnliche Kriminelle zum Tod verurteilen und nicht erschießen, sondern innerhalb von zwei Stunden hängen lassen. Sie sollten keine Zeit zu „langen Reden“, also zur Erklärung ihrer Motive und Ziele, erhalten. Roland Freisler, der sogar in der NSDAP als „Blutrichter“ galt, war sofort bereit, „so zu urteilen, wie der Führer den Fall selbst beurteilen würde“. Hitler und Goebbels verglichen seine Rolle mit der des Anklägers Andrei Januarjewitsch Wyschinski in sowjetischen Schauprozessen der 1930er Jahre.

Die Gestapo deckte mit einer 400 Mitarbeiter starken Sonderkommission ein weit verzweigtes Verschwörernetz auf. Am 22. September 1944 fand sie in Zossen Akten, die auf Absprachen für frühere Putschversuche hinwiesen. Nun erkannte Hitler, daß schon vor dem Krieg eine ernsthafte militärische Opposition gegen ihn bestanden hatte.

Er verbot dem Volksgerichtshof, diese Dokumente in den laufenden Prozessen zu verwenden: Die Deutschen sollten nicht erfahren, daß dieses Attentat Vorläufer hatte und nicht nur von einer „ganz kleinen Clique“ geplant worden war.

Ab August 1944 fällte der Volksgerichtshof in mehr als 50 Prozessen über 110 Todesurteile gegen Personen des 20. Juli 1944. Im Gefängnis Berlin-Plötzensee wurden bis zum 30. April 1945 89 Beteiligte „aufgehängt wie Schlachtvieh“. Insgesamt wurden etwa 200 der in das Attentat verwickelten Personen hingerichtet.

(Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Adolf Hitler in der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported.)

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