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Hitlers Ende im Bunker

Als US-Präsident Franklin D. Roosevelt am 12. April 1945 starb, hoffte Hitler kurzzeitig auf einen Zerfall der Anti-Hitler-Koalition und drängte die Wehrmachtssoldaten mit der Androhung sowjetischer Gräueltaten am 16. April nochmals zum bedingungslosen Weiterkämpfen.

Am 20. April 1945 empfing er im Führerbunker letztmals Gäste zu seinem Geburtstag. Am 22. April erlitt er einen Nervenzusammenbruch, als er erfuhr, daß SS-Obergruppenführer Felix Steiner den befohlenen Entsatzangriff seiner Armeegruppe in der Schlacht um Berlin als undurchführbar verweigert hatte.

Hitler klagte, nun sei alles verloren, auch die SS habe ihn verraten, und entließ Teile seines Stabes. Er beschloß, in Berlin zu bleiben, und beauftragte seinen Chefadjutanten, SS-Obergruppenführer Julius Schaub, alle Papiere und Dokumente aus seinen Privattresoren in Berlin, München und auf dem Berghof zu verbrennen.

Am 25. April hörte Hitler von der Siegesfeier von US-Soldaten mit Rotarmisten in Torgau und von der Einkesselung ganz Berlins durch die Rote Armee. Er ließ sich laufend über deren Vorrücken in das Stadtzentrum unterrichten.

Am 27. April soll sein Entschluß zum Selbstmord festgestanden haben, um Rotarmisten nicht lebend in die Hände zu fallen und einer Strafe für seine Verbrechen zu entgehen.

Am 28. April erfuhr Hitler von Himmlers seit Monaten laufenden Geheimverhandlungen mit den Alliierten über einen Separatfrieden und seinem „Angebot“, dafür den laufenden Holocaust an den ungarischen Juden einzustellen. Aus Rache an Himmler ließ er dessen Kontaktmann Hermann Fegelein festnehmen und erschießen. Am 29. April wusste er von Mussolinis Erschießung am Vortag und eventuell von der Misshandlung seiner Leiche. Dies bestärkte seinen Entschluss zum Suizid.

Am 29. April, kurz vor Mitternacht, diktierte Hitler seiner Sekretärin Traudl Junge ein kurzes privates Testament.[335] Am 30. April nach 0:00 Uhr heiratete er seine Lebensgefährtin Eva Braun. Bis etwa 4:00 Uhr diktierte er dann sein politisches Testament.[336] Darin ernannte er Karl Dönitz zu seinem Nachfolger als Reichspräsident und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Goebbels zum neuen Reichskanzler, schloss Göring und Himmler aus der NSDAP aus und rief die Deutschen zur unbedingten Fortsetzung des Krieges, Einhaltung der Nürnberger Gesetze und weiteren Judenvernichtung auf.[337] Er verteilte Giftampullen mit Zyankali oder Blausäure an seine Begleiter und erlaubte ihnen private Ausbruchsversuche. Er ließ die Wirkung des Gifts an seiner Schäferhündin erproben, ohne dabei anwesend zu sein.

Etwa um 15:30 Uhr schluckte Eva Braun Gift; Hitler erschoss sich.[338] Ihre Leichen wurden von Martin Bormann, Heinz Linge, Otto Günsche und einigen Leibwächtern aus dem Führerbegleitkommando im Garten der Neuen Reichskanzlei wie befohlen verbrannt und die verkohlten Überreste in einem Granattrichter beigesetzt. Die Wehrmacht und das deutsche Volk wurden erst am Abend des 1. Mai informiert, auch jetzt noch mit einer Lüge: „An der Spitze der heldenmütigen Verteidiger der Reichshauptstadt ist der Führer gefallen. Von dem Willen beseelt, sein Volk und Europa vor der Vernichtung durch den Bolschewismus zu erretten, hat er sein Leben geopfert.“

Stalin ließ die Überreste der Leichname in den ersten Maitagen ausgegraben und anhand von Röntgenbildern und Zahnschemata identifizieren, aber die Ergebnisse aus politischen Gründen geheimhalten. Dies löste viele Verschwörungstheorien aus. Um diese einzudämmen, belegte der britische Historiker Hugh Trevor-Roper Hitlers Tod 1947 anhand vieler Indizien und Zeugenaussagen und begründete damit eine westliche „Hitler-Tod“-Forschung.

Erst 1990 wurde berichtet, daß Hitlers und Eva Brauns Überreste auf dem Gelände einer sowjetischen Kaserne bei Magdeburg vergraben und erst 1970 auf Anweisung von KGB-Chef Juri Wladimirowitsch Andropow vollständig verbrannt und als Asche in einen Fluss gestreut worden seien.[341] Im Russischen Staatsarchiv in Moskau werden Hitler zugeschriebene Schädelteile aufbewahrt, obwohl neue Untersuchungen auf einen Frauenschädel hinweisen.

Nachdem Dönitz gemäß Hitlers letztem Willen zunächst weiterkämpfen ließ und eine Gesamtkapitulation ablehnte, erfolgte am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht. Sie beendete den Zweiten Weltkrieg in Europa, in dem geschätzt zwischen 36 und 52 Millionen Menschen ihr Leben verloren und viele weitere Millionen verletzt (viele dauerhaft), obdachlos, vertrieben, deportiert oder inhaftiert wurden. Große Teile Europas waren verwüstet. Das Deutsche Reich wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt und seine Ostgebiete teils unter polnische, teils sowjetische Verwaltungshoheit gestellt. Später folgten die jahrzehntelange Teilung Europas und die deutsche Teilung.

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March 01. 2017 20:20:58
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