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Hitlers Aufstieg

Am 21. November 1918 kehrte Hitler aus Pasewalk nach München in die Oberwiesenfeldkaserne des 2. bayerischen Infanterieregiments zurück. Um der allgemeinen Demobilisierung zu entgehen, blieb er bis zum 31. März 1920 in der Reichswehr. In dieser Zeit formte er sein politisches Weltbild, entdeckte und erprobte sein demagogisches Redetalent.

Vom 4. Dezember 1918 bis 25. Januar 1919 bewachte Hitler mit 15 Kameraden etwa 1000 französische und russische Kriegsgefangene in einem von Soldatenräten geleiteten Lager in Traunstein. Am 12. Februar wurde er nach München in die 2. Demobilmachungskompanie versetzt und ließ sich am 15. Februar zu einem der Vertrauensmänner seines Regiments wählen.

Damit oblag ihm die Zusammenarbeit mit der Propagandaabteilung der neuen bayerischen Staatsregierung unter dem jüdischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner (USPD) und die Erziehung seiner Kameraden zur Demokratie. Am Folgetag nahm er daher mit seinem Regiment an einer Demonstration des „Revolutionären Arbeiterrates“ in München teil. Vom 20. Februar bis 8. März ließ er sich zur Bahnhofswache abkommandieren, wo er Ernst Röhm kennenlernte, der damals Stabschef in der „Schwarzen Reichswehr“ unter Franz Ritter von Epp war.

Am 26. Februar 1919 nahm Hitler als stiller Beobachter am Trauerzug für den fünf Tage zuvor ermordeten Eisner teil.

Am 15. April ließ er sich zum Ersatzbataillonsrat der Soldatenräte der Münchner Räterepublik wählen, die am 7. April ausgerufen worden war und von Sozialisten und Kommunisten, darunter einigen Juden, regiert wurde. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung denunzierte Hitler im Mai 1919 andere Vertrauensleute aus dem Bataillonsrat vor einem Standgericht der Münchner Reichswehrverwaltung als „ärgste und radikalste Hetzer […] für die Räterepublik“, trug damit zu ihrer Verurteilung bei und erkaufte sich das Wohlwollen der neuen Machthaber. Später verschwieg er seine vorherige Zusammenarbeit mit den sozialistischen Soldatenräten.

Diese wird meist als Opportunismus oder als Beleg dafür gewertet, daß Hitler bis dahin kein ausgeprägter Antisemit gewesen sein kann.

Vom 5. bis 12. Juni und vom 26. Juni bis 5. Juli 1919 besuchte Hitler auf Empfehlung des 2. Infanterieregiments „antibolschewistische Aufklärungskurse“ an der Universität München für „Propaganda bei der Truppe“. Damit erhielt er erstmals eine politische Schulung durch deutschnationale, alldeutsche und antisemitische Akademiker, darunter Karl Alexander von Müller, der Hitlers Redetalent entdeckte, und Gottfried Feder. Dieser soll Hitler laut Mein Kampf schon damals „zur Gründung einer neuen Partei“ angeregt haben.

Ab 22. Juli sollte ein „Aufklärungskommando“ der Münchner Garnison „spartakistisch und bolschewistisch verseuchte“ heimkehrende Soldaten nationalistisch und antikommunistisch umerziehen. Dazu beauftragte der völkisch-nationalistische Offizier Karl Mayr Hitler mit Vorträgen. Am 20. August begann dieser seine Aufgabe in Lagerlechfeld, ab 25. August auch mit antisemitischen Äußerungen. Bis September 1919 wurde er ein „Starredner“ in Münchner Kasernen, der starke Emotionen wecken konnte.

Deshalb sollte er im Auftrag von Mayr als Spitzel neu gegründete politische Parteien und Gruppen in München beobachten.

Am 12. September 1919 nahm Hitler erstmals an einer Versammlung der Deutschen Arbeiterpartei im Sterneckerbräu teil. Der Parteivorsitzende Anton Drexler lud ihn wegen seiner Redegewandtheit – er widersprach vehement der von einem Diskussionsteilnehmer geforderten Trennung Bayerns vom Reich – direkt zum Parteieintritt ein.

Am 16. September verfaßte Hitler in Mayrs Auftrag für Adolf Gemlich, einen Teilnehmer der Lechfelder „Aufklärungskurse“, ein „Gutachten zum Antisemitismus“. Darin betonte er, das Judentum sei eine Rasse, keine Religion. „Dem Juden“ seien „Religion, Sozialismus, Demokratie […] nur Mittel zum Zweck, Geld und Herrschgier zu befriedigen.

Sein Wirken wird in seinen Folgen zur Rassentuberkulose der Völker.“ Daher müsse der „Antisemitismus der Vernunft“ seine Vorrechte planmäßig und gesetzmäßig bekämpfen und beseitigen. „Sein letztes Ziel aber muß unverrückbar die Entfernung der Juden überhaupt sein.

Zu beidem ist nur fähig eine Regierung nationaler Kraft […] nur durch rücksichtslosen Einsatz national gesinnter Führerpersönlichkeiten mit innerlichem Verantwortungsgefühl.“ Mayr stimmte Hitlers Ausführungen weitgehend zu.

 

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March 01. 2017 20:20:58
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