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Der Diktator

Hitler erbat am 4. Oktober 1919 Mayrs Erlaubnis, der DAP beizutreten, beantragte am 19. Oktober die Aufnahme und wurde als 55. (nicht wie von ihm stets behauptet siebentes) Mitglied aufgenommen. Ab Herbst 1919 beeinflusste der antisemitische Schriftsteller Dietrich Eckart Hitlers Denken, verschaffte ihm Kontakte zum Münchner Bürgertum sowie wichtigen Geldgebern, förderte ihn als rechtsradikalen Agitator bei sozialen Unterschichten und propagierte ihn ab März 1921 als künftigen charismatischen „Führer“ und Retter der deutschen Nation.

Von ihm übernahm Hitler bis 1923 die Verschwörungstheorie eines angeblichen Weltjudentums, das sowohl hinter der US-amerikanischen Hochfinanz als auch dem „Bolschewismus“ stecke.

1920 wurde Hitler „Werbeobmann“ für die DAP. Am 24. Februar benannte sie sich in „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“ um. Hitler trug deren von ihm, Anton Drexler und Gottfried Feder gemeinsam verfaßtes 25-Punkte-Programm vor.

Als er im März aus der Reichswehr entlassen wurde, konnte er von seinen Honoraren als Parteiredner leben und erreichte im Jahresverlauf pro Auftritt schon 1200 bis 2500 Zuhörer. So warb er erfolgreich neue Mitglieder für die NSDAP an, der andere rechtsradikale Gruppen wie der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund und die im April gegründete, der Thule-Gesellschaft nahestehende Deutschsozialistische Partei (DSP) damals noch starke Konkurrenz machten.

Er hielt Drexler von einer Fusion der NSDAP mit der DSP ab, setzte aber bei einem Treffen in Salzburg am 7./8. August ein Bündnis mit der böhmisch-österreichischen DNSAP durch, um den alldeutschen Anspruch seiner Partei zu unterstreichen.

In einer Grundsatzrede vom 13. August 1920 („Warum sind wir Antisemiten?“) erklärte Hitler erstmals ausführlicher seine Ideologie: Alle Juden seien auf Grund ihres angeblich unveränderlichen Rassencharakters unfähig zu konstruktiver Arbeit. Sie seien wesenhaft Parasiten und würden durch viele angebliche Maßnahmen wie Rassenmischung, Volksverdummung durch Kunst und Presse, Förderung des Klassenkampfes bis hin zum Mädchenhandel alles zum Erlangen ihrer Weltherrschaft tun.[68] Damit machte er den rassistischen Antisemitismus zum Hauptmerkmal der NSDAP-Programmatik.

Mit einem langen Regenmantel über dem Anzug, einem „Gangsterhut“, einem auffällig sichtbaren Revolver und einer Reitpeitsche zog Hitler die Aufmerksamkeit bei Münchner Empfängen auf sich. Anhänger beschrieben ihn als „grandiosen Volksredner“, der „äußerlich irgendwie zwischen Unteroffizier und Handlungsgehilfen, mit gezierter Unbeholfenheit und zugleich so viel Redegewalt […] vor einem Massenpublikum“ auftrat.

Hitler wirkte an der Umwandlung der Sturmabteilung (SA) der NSDAP von einer „Saalschutztruppe“ in eine paramilitärisch geordnete Schläger- und Einschüchterungstruppe mit.

Er entwarf Hakenkreuzfahnen und Standarten für die Machtdemonstrationen der SA in Stadt und Land.

Hitler wurde als Agitator für die im Reich noch kaum beachtete NSDAP unersetzlich. Als Drexler und andere ohne ihn mit der DSP verhandelten, trat er am 11. Juli 1921 demonstrativ aus der Partei aus. Für seinen Wiedereintritt verlangte er vom Parteivorstand ultimativ seine Wahl zum „ersten Vorsitzenden der Partei mit diktatorischen Vollmachten“, der allein über Zusammenschlüsse, Namens- und Programmänderungen entscheiden dürfe. Indem Drexler das akzeptierte, entmachtete er sich selbst. Hitler schloß nach seinem Wiedereintritt am 20. Juli Karl Harrer und weitere Gegner aus der Partei aus.

Hitler war nun ein lokaler Parteiführer, den viele Nationalisten, Demokratiegegner und Militaristen unter Intellektuellen, in der Regierung und Verwaltung Bayerns unterstützten.

Um seinen Einfluß auszudehnen, hielt er seit 1920 einige Reden vor dem Berliner Nationalklub und in der Republik Österreich.

Einzelne damalige britische und US-amerikanische Presseartikel schätzten ihn als „potentiell gefährlich“, als Vertreter einer „Armee der Rache“ oder als „deutschen Mussolini“ ein.

Als solchen ließ Hitler sich am 3. November 1922, nur drei Tage nach Mussolinis erfolgreichem Marsch auf Rom, von seinem Parteifreund Hermann Esser in München ausrufen.

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March 01. 2017 20:20:58
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