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Aufrüstung und expansive Außenpolitik

Wie demokratische Regierungen der Weimarer Republik erstrebte Hitler außenpolitisch zunächst die Revision des Versailler Vertrags. Anders als diese beschränkte er sich dabei nicht auf diplomatische Vorstöße und Verträge, sondern nahm militärische Konflikte in Kauf.

Sein Ziel kriegerischer Eroberungen von „Lebensraum im Osten“ erläuterte er am 3. Februar 1933 vor der Reichswehrführung; dabei nahm er bereits Polen als „Feindstaat“ ins Visier (siehe Liebmann-Aufzeichnung). In der Öffentlichkeit betonte er dagegen bis 1939 immer wieder seinen Friedenswillen; faktisch bereitete er seit 1933 erst die deutsche Aufrüstung und Kriegsfähigkeit, spätestens seit 1937 einen Angriffskrieg vor.

Im Oktober 1933 brach das NS-Regime Abrüstungsverhandlungen mit Großbritannien und Frankreich ab und veranlaßte den Austritt des Deutschen Reiches aus dem Völkerbund.

Nach Hindenburgs Tod 1934 teilte Hitler der Generalität mit, daß Deutschland in fünf Jahren kriegsbereit sein solle. Er unterstützte einen nationalsozialistischen Putschversuch in Wien, bei dem der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ermordet wurde. Im März 1934 brach Hitler den Versailler Friedensvertrag von 1919 mit einer Erhöhung des Wehretats über die vertraglichen Grenzen hinaus. Im September 1934 schloss er mit Polens Regierung überraschend einen zehnjährigen Nichtangriffspakt. 1935 vereinbarte er mit Großbritannien das deutsch-britische Flottenabkommen und führte die allgemeine Wehrpflicht wieder ein.

1936 kündigte er den Vierjahresplan an. Die über die sogenannten Mefo-Wechsel finanzierte Aufrüstung der Wehrmacht trug zu einem Wirtschaftsaufschwung in Deutschland bei. Sie und die Rheinlandbesetzung im März 1936 brachen ebenfalls den Versailler Vertrag, wurden aber von den Vertragspartnern hingenommen. Das NS-Regime trug mit dem Einsatz der deutschen Legion Condor und völkerrechtswidrigen Bombenangriffen auf Städte wie Guernica entscheidend zum Sieg Francisco Francos im Spanischen Bürgerkrieg seit 1936 bei.

Am 5. November 1937 informierte Hitler die Wehrmachtsgeneräle über seinen Beschluss, bei nächster Gelegenheit gegen die Tschechoslowakei und Österreich loszuschlagen (siehe Hoßbach-Niederschrift). Im Dezember 1937 kündigte der von ihm genehmigte 1. Nachtrag zur Weisung für die einheitliche Kriegsvorbereitung für die Wehrmacht vom 24. Juni 1937 einen Angriffskrieg gegen die Tschechoslowakei auch bei Eingreifen einer Großmacht an.

Im Januar 1938 trat Werner von Blomberg wegen seiner als nicht standesgemäß betrachteten Heirat mit einer ehemaligen Berliner Prostituierten vom Amt des Reichskriegsministers zurück. Im selben Monat entzog Hitler Werner von Fritsch unter dem Vorwand angeblicher homosexueller Neigungen die Führung des OKH und übernahm das neugeschaffene Oberkommando der Wehrmacht (OKW) per Führererlass vom 4. Februar 1938 selbst (→ Blomberg-Fritsch-Krise).

Dieser Schritt entsprach Hitlers Selbstverständnis, er verkörpere das Ideal des „Feldherrn“, der „mit Kopf, Willen und Herzen den totalen Krieg für die Lebenserhaltung des Volkes“ (Ludendorff 1935) zu führen habe und dies wie sein Idol Friedrich „der Große“, aber anders als Wilhelm II. im Ersten Weltkrieg, nicht den Militärs überlassen dürfe. Es entsprach auch seiner Ideologie, wonach der im „Kampf ums Dasein“ notwendige, kommende Vernichtungskrieg vom „‚Führer‘ des deutschen Volkes“ die Bündelung aller gesellschaftlichen Kräfte verlange und er nicht nur allgemeine „weltanschauliche“ und politische Ziele, sondern auch die Strategien der einzelnen Feldzüge vorgeben müsse.

Mit militärischen Drohungen erreichte Hitler im März 1938 den „Anschluss“ Österreichs an das nun so genannte Großdeutsche Reich („Unternehmen Otto“). In Wien verkündete er am 15. März vor einer begeisterten Menschenmenge die „Vollzugsmeldung meines Lebens“: den „Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich“.

Im September 1938 verlangte Hitler von der mit Frankreich und Großbritannien verbündeten Tschechoslowakei, das Sudetenland an Deutschland abzutreten, und drohte andernfalls mit dem Einmarsch deutscher Truppen. Bei zwei Treffen in dieser Sudetenkrise machte der britische Premier Arthur Neville Chamberlain ihm weitgehende Zugeständnisse, um den angedrohten Krieg zu verhindern. Dies empfand Hitler jedoch als Niederlage, auf die er laut Zeitzeugen wie dem US-Journalisten William L. Shirer mit heftigen Wutausbrüchen reagierte. Er erhielt daher in westlichen Presseberichten fortan den Spitznamen „Teppichbeißer“.

Im Münchner Abkommen vom Oktober 1938 erlaubten Chamberlain und der französische Ministerpräsident Édouard Daladier Hitler die Eingliederung des Sudetenlandes, während er im Gegenzug den Bestand der „Rest-Tschechei“ zusicherte. Doch schon im März 1939 erzwang er die Annexion Tschechiens, das als Protektorat Böhmen und Mähren dem Deutschen Reich einverleibt wurde. Die erste Slowakische Republik war nun faktisch als Satellitenstaat von Deutschland abhängig. In der folgenden Reichstagsrede versicherte Hitler, Deutschlands letzte Gebietsforderungen seien damit erfüllt. Dies hatte er auch bei früheren Vertragsverletzungen behauptet.

Hitlers letzter Vertragsbruch veranlasste Frankreich und Großbritannien zur Abkehr von ihrer bisherigen Appeasement-Politik. Beide Staaten schlossen mit Polen bis zum 13. April 1939 militärische Beistandsverträge. Schon am 11. April befahl Hitler dem Wehrmachtführungsstab, bis zum Herbst den Überfall auf Polen vorzubereiten.

Am 28. April kündigte er den deutsch-polnischen Nichtangriffspakt sowie das deutsch-britische Flottenabkommen und verlangte Danzig. Am 23. Mai erklärte er den Wehrmachtsgenerälen, diese Forderung sei nur ein Vorwand zur Eroberung von „Lebensraum“ für eine autarke Ernährung der Deutschen (siehe Schmundt-Protokoll).

Den folgenden Wettlauf mit den Westmächten um einen Nichtangriffsvertrag mit der Sowjetunion gewann Hitler, da Josef Stalin von Polen eine für dessen Regierung unannehmbare Durchzugsgarantie für die Rote Armee verlangte. Stalin wollte nach dem Großen Terror, in dem er große Teile des sowjetischen Offizierskorps hatte ermorden lassen, Zeit zur Reorganisation der Roten Armee gewinnen. Daher vereinbarte er mit Hitler bis zum 24. August den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. Im geheimen Zusatzprotokoll dazu vereinbarten beide Regimes die Aufteilung Polens und des Baltikums. In der Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern am 22. August 1939 gab er die „Vernichtung Polens = Beseitigung seiner lebendigen Kraft“ als sein Kriegsziel bekannt und erklärte: „Wir werden den Westen halten, bis wir Polen erobert haben.“

Das Time Magazine wählte Hitler 1939 zur „Person des Jahres“ 1938, weil er zur größten Bedrohung der demokratischen, freiheitsliebenden Welt geworden sei.

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